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  • AutorenbildLou Ysa Blank

Anpacken und machen für notleidende Ukrainer



„Von sich aus hat mein ukrainischer Kollege, Ivan Travm, der als Anästhesist und Traumatologe im Krankenhaus arbeitet, nichts gewollt. Er hat lediglich die Umstände seines jetzigen Alltags beschrieben und beispielsweise berichtet, dass in westukrainischen Krankenhäusern viele Verletzte aus den bombardierten Städten der Ost-Ukraine liegen. Ich habe ihn immer wieder gebeten, konkret zu sagen, was und in welchen Mengen fehlt, damit wir den Menschen im Kriegsgebiet gezielt helfen können, denn in den umkämpften Städten fehlt es inzwischen an allem“, sagt Dr. Carsten Schmidt.


Hilfsgüter bringen


Der Westersteder Arzt war am Wochenende zusammen mit Reinhold Weerts aus Ihausen, Rolf Dierks und anderen an der ukrainischen Grenze, um Hilfsgüter – vor allem medizinisches Gerät und Hygieneartikel – zu bringen. Organisiert worden war der Hilfstransport erneut von dem neuen Verein „Humanitäre Soforthilfe Ammerland/Ostfriesland“, dessen Gründung die Augustfehner Medizinstudentin Louisa Blank angeschoben hatte, und den „Brückenbauern“ aus Westerstede, die schon seit Jahrzehnten Menschen in Osteuropa unterstützen.


„Unser Ansprechpartner in Ost-Ungarn ist Pastor Peter Szegeljanik, den wir von den ,Brückenbauern’ schon seit vielen Jahren kennen. Er leitet eine evangelisch-reformierte Gemeinde im west-ukrainischen Berehowe und verteilt die Spenden, die dann unter Lebensgefahr zu den Bedürftigen gebracht werden“, berichtet Reinhold Weerts, der den Pastor schon seit vielen Jahren kennt. Peter Szegeljanik, der 70 Flüchtlinge mit aus dem umkämpften Kiew nach Ost-Ungarn geholt habe, sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit und es sei beeindruckend zu erleben, wie er sich für andere engagiere und den Menschen aus seinem christlichen Verständnis heraus helfe, so Schmidt. Der Pastor stehe auf ukrainischer Seite dafür, dass alle Spenden da ankämen, wo sie wirklich benötigt würden, ist Dierks überzeugt.


Flüchtlinge helfen


Ohnehin sei der kurze Aufenthalt in Ost-Ungarn nahe der ukrainischen Grenze, zu dem auch der Besuch eines Flüchtlingslagers gehörte, sehr prägend gewesen. „Viele, die dort als Flüchtlinge ankommen, wollen gar nicht weiter, sondern wollen selbst helfen. Sie packen vor Ort z.B. Lebensmitteltüten, um die in der Ukraine gebliebenen Menschen zu unterstützen.“

Eigentlich hätten die Ammerländer auf der Rückreise einige Flüchtlinge mit nehmen wollen. „Wir waren eigens zur ukrainischen Botschaft in die polnische Hauptstadt Warschau gefahren, um vier Personen abzuholen. Doch sie standen völlig neben sich und wollten nicht mit, da eine der Frauen an unserem Ankunftstag erfahren hatte, dass ihr Mann gefallen war“, so Schmidt.


Neuer Transport


Dieses Wochenende – Freitagnacht oder Samstagmorgen – soll ein weiterer Transport Richtung Osteuropa aufbrechen. Weerts und Schmidt werden diesmal nicht dabei sein, sie wurden positiv auf Corona getestet und sind derzeit in Quarantäne. Telefonisch werden sie aber hinter den Kulissen vieles für die neuen Hilfstransporte organisieren.



Quelle: NWZ Artikel


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