Lagebericht Januar 2026: 46 Evakuierungen bei minus 20 Grad – Winternotfallhilfe in Dnipro
- Lou Ysa Blank
- 14. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Evakuierungslage im Januar
Der Januar machte seinem Ruf alle Ehre: klirrende Kälte und vereiste Straßen bestimmten den Alltag und machten jede Evakuierung zu einer logistischen und sicherheitsrelevanten Herausforderung.
Die Zahl der Evakuierungsanfragen stieg an — der anhaltende Mangel an Heizung, Strom und Wasserversorgung beeinflusste die Evakuierungsbereitschaft der Bevölkerung zunehmend. Wir erweiterten unsere operative Präsenz und eröffneten eine neue Einsatzrichtung in den Distrikten Synelnykivskyi und Samarivskyi in der Region Dnipropetrovsk.
Im Januar konnten wir insgesamt 46 Personen in Sicherheit bringen — darunter 15 ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen sowie zehn Kinder (vier Mädchen, sechs Jungen), in enger Abstimmung mit ihren gesetzlichen Vertretungen und unter strikter Einhaltung aller Kinderschutzstandards.
Herausforderungen im Einsatz
Vereiste Straßen schränkten die Manövrierfähigkeit gepanzerter Fahrzeuge ein. Nahezu die gesamte eingesetzte Störsendertechnik fiel aus — das Team war zeitweise auf ein gepanzertes Fahrzeug einer Partnerorganisation angewiesen. In Prosyana verschärfte sich die Lage durch als Alltagsgegenstände getarnte, kontaktbasierte Minen, die entlang und direkt auf Straßen abgelegt wurden.
Wie riskant die Bedingungen waren, zeigte sich besonders bei der Evakuierung eines schwer verletzten Mannes aus dem umkämpften Kostiantynivka. Trotz mehrerer Rippenfrakturen legte er den Weg zu Fuß bis nach Oleksiyevo-Druzhkivka zurück. Dort konnte das Team ihn evakuieren und einen sicheren Weitertransport organisieren.
Winternotfallhilfe in Dnipro
In den Wintermonaten leisteten wir gezielte Winternotfallhilfe für besonders betroffene Familien in Dnipro. Immer wieder erreichten uns Hilferufe von Familien, die bei extremen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad ohne Strom und Heizung auskommen mussten. Wir versorgten betroffene Haushalte mit warmen Winterschlafsäcken und Decken — eine wichtige Stabilisierung in einer besonders schwierigen Phase des Winters.
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